Welches Edelmetall ist die beste Wertanlage?

Nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Regierungen und Zentralbanken werden Edelmetalle als Wertanlage genutzt. Dabei wird ihr Wert nicht nur von Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern richtet sich auch nach der aktuellen Popularität.

Welches Edelmetall ist die beste Wertanlage?
Welches Edelmetall besonders sicher ist und wo sich beachtliche Trading-Chancen bieten, erfahren Sie hier
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Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit erfahren Edelmetalle als Geldanlage einen Aufschwung, denn im Gegensatz zum ungedeckten Papiergeldsystem kann nicht beliebig viel davon hergestellt und in Umlauf gebracht werden. Für das Papiergeld hat das zur Folge, dass seine Kaufkraft kontinuierlich sinkt.

Gold: Garant für stabile Kaufkraft

Gold gilt in der Regel als relativ sichere Investition, da sein Wert stabil ist und keiner Inflation unterliegt. Gold, als einer der wertvollsten natürlichen Rohstoffe, ist nur in begrenztem Umfang vorhanden und große Goldvorkommen werden immer seltener. Da es nicht beliebig vervielfältigt werden kann, verliert es auch in Krisenzeiten nicht an Wert und kann zum Tausch gegen Waren herangezogen werden. Das konnte man auch am Goldkurs zu Beginn der Corona-Krise ablesen. Fallende Kurse sind im Allgemeinen oft auf Wirtschaftskrisen zurückzuführen. Zum Beispiel wenn Anleger dazu gezwungen sind, Edelmetalle zu verkaufen, um Verluste zu decken. So fiel der Goldpreis zunächst aufgrund von wirtschaftlicher Unsicherheit, Volatilität und Inflation, bis das Edelmetall Ende März 2020 dann den größten Preisanstieg seit elf Jahren verzeichnete: Der Goldpreis kletterte an einem Tag um sechs Prozentpunkte nach oben. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der US-Dollar, der einen beträchtlichen Einfluss auf den Preis der Edelmetalle hat, durch enorme Regierungs-Ausgaben geschwächt wird, stellt Gold eine der besten Alternativen zur Wertanlage dar.
Hinweis: Beim Kauf von Gold in Form von Münzen oder Barren zahlt der Investor keine Mehrwertsteuer, weil es sich bei diesem Edelmetall um eine anerkannte Währung handelt.

Silber: Trend-Beobachtung lohnt sich

Silber unterscheidet sich als Wertanlage nur begrenzt von Gold. Beim Kauf von Silber ist jedoch zu bedenken, dass die Mehrwertsteuer fällig wird. Zudem gibt es Faktoren, die einen starken Einfluss auf den Preis haben. Da über die Hälfte des jährlich produzierten Silbers in der Industrie Anwendung findet, ist aufgrund der weltweiten Corona-Situation mit einem Rückgang der Nachfrage zu rechnen. Die Rezession von Silber birgt aber auch Trading-Potenzial. Daher empfiehlt es sich, den Silber-Markt im Auge zu behalten, um den besten Zeitpunkt für das Trading abzupassen.

Platin und Palladium: Hier schlummern Trading-Chancen

Platin und Palladium können im Hinblick auf den Aspekt der Wertanlage als Mischform betrachtet werden. Zum einen wird Platin – so wie Gold – als Wertaufbewahrung geschätzt, zum anderen werden beide Weißmetalle auch in der Industrie genutzt: vor allem in der Herstellung für Fahrzeug-Katalysatoren, wie im Beitrag “ Verwendung von Palladium ” beschrieben. Ein großer Anteil der Platin- und Palladiumproduktion findet in Russland und Südafrika statt. Dieser Umstand und jener, dass diese Edelmetalle oft industriell zum Einsatz kommen, lassen ihren Wert kurzfristig stark schwanken. Beobachtet man den Markt genau, bieten diese Edelmetalle hervorragende Trading-Optionen.


Fazit: Gold ist sicher & risikoarm, Investition in Industriemetalle spekulativer

Wer in Edelmetalle investieren möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die meisten Anleger in Gold und Co. investieren, um mit einer inflationsresistenten Anlageform ihr Vermögen abzusichern und nicht, um größere Gewinne zu erzielen. Denn hier gibt es weder Dividenden noch Zinsauszahlungen wie an der Börse. Renditen lassen sich meist nur mit einem Verkauf zu einem Zeitpunkt erzielen, an dem der Preis des entsprechenden Edelmetalls über dem Preis zum ursprünglichen Kaufzeitpunkt liegt. Folglich eignet sich die Anlage in Edelmetalle vor allem dazu, im Fall von Währungs- und Börsenturbulenzen gewappnet zu sein.

Bei Weißmetallen schwankt der Kurs viel beträchtlicher als bei Gold. Grund dafür ist die Verwendung in der Industrie. Befinden sich die Branchen (meist Elektro- und Chemieindustrie) in wirtschaftlicher Not, sinkt auch die Nachfrage nach Silber, Platin und Palladium, was in weiterer Folge einen Preiseinbruch bedeutet. Für Anleger kann allerdings genau dieser Umstand ein Argument für eine Investition in Weißmetall sein. Den spekulativen Charakter verdeutlicht dieses Beispiel: Vor allem der Palladiumpreis erfuhr in den vergangenen Jahren einen Aufschwung, da die Dieselfahrverbote eine Nachfrage nach benzinbetriebenen Fahrzeugen zur Folge hatte, was wiederum den Palladiumpreis schürte. Wie sich der Trend entwickeln wird, wenn immer mehr Elektroautos im Umlauf sind, bei denen es keiner Abgasreinigung bedarf, bleibt abzuwarten.
Tipp: Betrachten Sie Weißmetalle nicht individuell, sondern bedenken Sie ebenfalls Wechselwirkungen. Auch Platin kann für Fahrzeugkatalysatoren eingesetzt werden.

Abschließend lässt sich sagen, dass Gold gerne als stabile Wertanlage genutzt wird, wohingegen Weißmetalle aufgrund ihrer vermehrten industriellen Nutzung größeren Wertschwankungen unterliegen und Investitionen daher oft spekulativen Charakter haben.


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