6 Tipps zum Goldkauf

Gerade beim Goldkauf ist Seriosität und Transparenz oberste Priorität. Worauf bei der Anlage in Gold zu achten ist, um sicher und profitabel zu investieren? Wir haben Mag. Rudolf Brenner, philoro-Geschäftsführer und Veranlagungsexperte, um Rat gebeten.

Rudolf Brenner
philoro-Geschäftsführer Rudolf Brenner erklärt, worauf beim Goldkauf zu achten ist
© Wolfgang Wolak

Dass am Ende des Tages nur Gold wahres Bares ist, zeigen uns Krisensituationen, wie wir sie gerade eben erleben. Um das Prinzip dahinter und die Durchsetzungskraft des Edelmetalls zu verstehen, werfen wir einen kurzen Blick zurück in die junge Vergangenheit:

Der Goldstandard und seine Aufhebung

Vor noch nicht einmal 50 Jahren, genau genommen im August 1971, nahm die Geschichte der Gelddruckerei und damit die unseres heutigen Wirtschaftssystems ihren Lauf. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Geldschein nichts anderes als ein Beleg für hinterlegtes Gold – die Rede ist vom sogenannten „Goldstandard“, der 1971 von US-Präsident Nixon aufgehoben wurde.

Die neue Weltleitwährung

Genau dieser Nachteil, die Option auf beliebige Vermehrung, ist der eigentliche Vorteil des Goldes. Denn die Ressourcen, das natürliche Vorkommen des Elements, sind beschränkt. Dieser natürliche Seltenheitswert garantiert die Wertstabilität des Edelmetalls. So lässt sich sagen: Im Extremfall ist Gold das letztgültige Zahlungsmittel.

Die steigende Nachfrage

Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Nachfrage nach Gold stetig – und besonders in Zeiten der Krise – steigt. Denn wer große Kaufkraft auf geringem Raum konservieren möchte, investiert in das Edelmetall.

Worauf Anleger beim Goldkauf achten sollten? Mag. Rudolf Brenner, philoro-Geschäftsführer und Veranlagungsexperte, verrät 6 Tipps, mit denen Sie Gold auf der sicheren Seite kaufen:

Tipp 1: Die Erwartungshaltung klären

Bevor Sie in Gold investieren, sollten Sie hinterfragen, was Sie sich davon erwarten: Erhoffen Sie sich eine hohe Rendite oder suchen Sie nach einer inflationsresistenten, beständigen Form der Anlage, die auch in Krisenzeiten ihre Kaufkraft behält und somit der Absicherung Ihrer Ersparnisse dient? Ist ersteres der Fall, empfiehlt sich die breit gestreute Investition in Aktien. Sind hingegen Absicherung und Werterhalt mit geringem Risiko und ohne Spekulationsabsicht die Beweggründe Ihres Investments , sind Sie mit Gold auf der sicheren Seite.

Bevor Sie in Gold investieren, sollten Sie hinterfragen, was Sie sich erwarten: Sind Absicherung und Werterhalt mit geringem Risiko und ohne Spekulations­absicht die Beweggründe Ihres Investments, sind Sie mit Gold auf der sicheren Seite.
Rudolf Brenner, philoro-Geschäftsführer

Tipp 2: Die Investmenthöhe festlegen

Haben Sie sich für ein Goldinvestment entschieden, stellt sich die Frage: Wie viel Ihres Geldes wollen oder sollten Sie in Gold anlegen? Wichtig ist, dass Sie in Anlageangelegenheiten niemals alles auf ein Pferd setzen! Durch gezielte Diversifikation des Vermögens-Portfolios, sprich die Nutzung verschiedener Anlageklassen, lassen sich Risiken am besten minimieren. Da Gold weitgehend als sicherster Hafen gilt, sollten Anleger rund 10 Prozent ihres Anlagevermögens in Gold investieren. Ist das Risiko anderer Veranlagungen besonders hoch, sollte der Goldanteil entsprechend höher sein. Wer 5 bis 15 Prozent seines Gesamtvermögens in Gold anlegt, kann vor allem inflationsbedingte Verluste ausgleichen.

Achtung: Da es auf Gold keine Zinsen gibt und die Verwahrung in einem Bankschließfach Geld kostet, sei erwähnt, dass sich mit Gold nur dann ein Gewinn erzielen lässt, wenn es über dem ursprünglichen Einkaufspreis verkauft wird.

Goldinvestment

Rund 10 Prozent des Anlagevermögens sollten in Gold investiert werden.

Tipp 3: Kursschwankungen bedenken

Der zu erzielende Preis richtet sich nach dem Gewicht, dem Reinheitsgrad und dem Tagespreis des Goldes. Gerade letzterer unterliegt – durch die Investorennachfrage und konjunkturelle Entwicklungen – teils starken Schwankungen, die den Goldpreis täglich aufs Neue bestimmen. Wann nun der richtige Zeitpunkt ist, um zu investieren? Das lässt sich trotz langjähriger Erfahrung auf dem Edelmetallmarkt nicht beantworten. Die Empfehlung: Kleinere Mengen über einen längeren Zeitraum kaufen. Das hilft, Kursschwankungen auszugleichen.

Hinweis zum Kauf und Verkauf kleinerer Goldeinheiten:

Ein weiterer Vorteil kleinerer Goldmengen ist, dass sich diese Einheiten bedarfsorientiert und einfacher verkaufen lassen. Würde man nämlich einen Barren teilen, um einen Teil zu verkaufen, verliert das Gold an Wert. Einzige Nachteile kleinerer Einheiten sind die höheren Produktionskosten und die Händlermargen im Verhältnis zum Edelmetallwert. So sind – ohne Berücksichtigung des Tageskurses – zehn Barren zu je 100 Gramm teurer als ein Barren zu einem Kilo. Wer demnach viel Geld auf der Seite hat, investiert am besten den überwiegenden Teil in große Barren und nutzt kleinere Einheiten, um sich eine gewisse Flexibilität zu bewahren.

Tipp 4: Die Möglichkeiten kennen

Wer in Gold investieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Die grobe Unterteilung erfolgt in „Papiergold“, das nur auf dem Papier – beispielsweise in Form von ETFs („Exchange Traded Funds“) und Goldminenaktien – existiert und „physische Investments“, die man anfassen kann. Sinnvolle Investments erzielen Sie mit international anerkannten Anlagemünzen , sogenannten Bullionmünzen, wie dem Krügerrand, dem Maple Leaf oder dem Wiener Philharmoniker und Goldbarren von bekannten, von der Londoner Bullion Market Association (LBMA) zertifizierten Anbietern. Für Veranlagung hingegen weniger geeignet sind Sammlermünzen, die als Investment jede Menge Wissen verlangen, und Goldschmuck, der aufgrund der Herstellungskosten den eigentlichen Goldwert deutlich übersteigt.

Veranlagung in Gold

Beim Goldinvestment wird zwischen "Papiergold" (z.B. ETFs) und "physischen Investments" (z.B. Anlagemünzen) unterschieden.

Hinweis zu Anlagemünzen:

Produkte der modernen Numismatik versuchen jedoch eine Lücke zwischen Anlagemünzen und klassischen Sammlermünzen zu schließen. Sie zeichnet eine geringe Auflage aus, werden von renommierten Herstellern produziert und können bereits nach kurzer Zeit neben der Wertsteigerung des Metalls auch einen Sammlerwert erzielen.

Tipp 5: Gold sicher kaufen

Doch wo kauft man nun am sichersten sein Gold? Prinzipiell kann man bei Banken und autorisierten Edelmetallhändlern gefahrenlos kaufen – hier wird die Echtheit durch einen Kaufvertrag und manchmal durch spezielle Zertifikate belegt. Von dubiosen Käufen über das Internet oder von Privatpersonen ist ebenso wie von vermeintlichen „Goldschnäppchen“, die günstiger als 10 Prozent unter dem Bankenpreis liegen, Abstand zu halten – diese gibt es nicht. Setzen Sie zur Sicherheit Ihres Geldes auf autorisierte Käufe. Wer anonym Kaufen möchte, kann bis dato in Österreich Gold in Höhe von 9.999,99 Euro bei niedergelassenen Händlern in bar erwerben.

Hinweis zur Feststellung der Gold-Echtheit:

Goldbarren von renommierten Herstellern sind immer von der Londoner Rohstoffbörse LBMA zertifiziert und haben keine zusätzlichen Abzüge (rund 15 Prozent) vom regulären Verkaufspreis wie es bei Barren nicht-namhafter Hersteller üblich ist.

Wichtig ist es, sich vor dem Kauf zu informieren und Preise zu vergleichen, da diese zum Teil stark variieren können. Die Faustregel: Kaufen Sie höchstens 10 Prozent über dem aktuellen Goldwert.

Tipp 6: Die richtige Aufbewahrung

Physisches Gold wird innerhalb der eigenen vier Wände am besten in einem versicherten, gut gesicherten Tresor oder in einem kleinen Bankschließfach (Kosten rund 60 Euro pro Jahr) aufbewahrt. Zur Orientierung: 100 Kilo Gold passen problemlos in einen regulären Schuhkarton. Am praktischsten ist jedoch ein voll versichertes und kostengünstiges Edelmetalldepot bei philoro !


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