Gold richtig kombinieren: 5 Fashion-Fragen

Fashion-Knigge: Gold zu Silber? Längst kein Problem mehr. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, die man beachten sollte. Wie man Gold richtig kombiniert.

Einsatz von Gold in der Mode
Mit goldener Hose aus dem Haus? Eine goldene Kravatte zum Anzug? Die goldene Armbanduhr zum Abendkleid? So kombinieren Sie Gold richtig.
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1. Sind goldene Hosen im Trend?

Absolut – der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, um das Space-Age-Feeling der 1960er-Jahre aufleben zu lassen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist man ohnehin mehr als sonst daheim, wenn man das Haus dennoch verlässt, möchte man sich verständlicherweise ein Gefühl von Extravaganz gönnen. Futuristischer Glamour eignet sich da hervorragend. In düsteren Zeiten glitzert es auf den Laufstegen ohnehin immer besonders hell: Alle führenden Modelabels – von Balmain bis Acne Studios und Balenciaga – lieben im Moment den Metallic-Look. Eine goldene oder silberne Hose durfte auf keiner Modenschau fehlen. Einige Designer zeigten sogar einen All-over-Metallic-Look. Dezent muss man also nicht sein: Es gibt sogar Jumpsuits in Silber! Und noch etwas ist neu: Silber und Gold lassen sich sehr gut kombinieren. Einst beim Schmuck ein absolutes No-Go, in der Mode aber kein Problem. Damit es nicht zu viel des Guten wird, sollte man aber auf Animalprints und Neon-Kombinationen verzichten. Und auch mit dem Schmuck etwas dezenter umgehen als sonst.

2. Ist eine goldene Krawatte elegant oder unpassend?

Männermode ist längst nicht mehr so verstaubt wie früher, als sich die Herren bestenfalls mit goldenen Manschettenknöpfen und einer protzigen Uhr schmücken durften. Ein Hosenanzug in Pink? Ein Hemd im Gold-Metallic-Look? Damit fällt man auf, das muss einem liegen. Dezenter ist es, bei der Krawatte kreativ zu sein. Wenn der Rest des Outfits perfekt abgestimmt ist, kann ein goldener Akzent edel aussehen. Wichtig sind dabei gute Materialien. Man sieht, ob etwas billig ist. Gerade beim Anzug, bei den Schuhen und den Accessoires sollte man nicht sparen. Taschen waren für Männer lange eher schwierig, mittlerweile gibt es die sportliche Variante der Bauchtasche, den XXL-Beutel, der locker über die Schulter geworfen wird, oder kleinere Umhängetaschen. Auch da können Gold und Silber schick aussehen.

Gold Fashion

Ob eine goldene Hose oder der gewagtere All-over-Metallic-Look: Goldene Mode verleiht ein Gefühl von Extravaganz

3. Wie kombiniere ich eine glänzende Daunenjacke?

Daunenjacken sind die neuen Pelzmäntel. In mitteleuropäischen Großstädten, in denen die Temperaturen selten unter null sinken, wirken sie wie ein Paradoxon. Aber man schwitzt schließlich gern, wenn es der Trend vorschreibt. Voluminöse Daunenjacken machen aus dem Körper eine Skulptur. Eine glänzende Daunenjacke ist zwar ein Hingucker, man muss aber aufpassen, nicht wie eine Discokugel zu wirken. Kombiniert man dazu noch eine glitzernde Tasche und leuchtende Schuhe, ist das zu viel des Guten. Wenn man Kleidung anhat, die aussieht, als würde man gleich den Mount Everest besteigen, sollte man es mit den Farbakzenten nicht übertreiben. Weniger ist gerade bei Funktionskleidung mehr. Schließlich muss einen beim Ausgehen im ersten Bezirk in Wien selten die Bergrettung evakuieren.

4. Soll man beim Abendkleid die Armbanduhr weglassen?

Frauen haben zierliche Uhren, bei Männern dürfen sie größer sein: Eine Regel, die längst nicht mehr gilt. Beide Geschlechter können tragen, was sie möchten. Vor allem Frauen lieben im Moment klobige Uhren, die allerdings ein schlichtes Abend-Outfit erschlagen können. Die Gefahr ist also groß, dass man durch eine unpassende Uhr den eleganten Look vermasselt. Und wer hat schon zu jedem Kleid die passende Uhr? Eben – also besser daheimlassen. Man hat ohnehin das Handy in der Clutch. Außerdem: Was könnte besser sein, als einen Abend lang völlig zu vergessen, auf die Zeit zu achten? Deshalb gehen wir ja schließlich aus.

5. Wirkt Roségold weniger elegant?

Auch das ist ein Mythos aus alten Zeiten. Allerdings sollte man schon auf hochwertiges Roségold achten, das gerade wieder sehr angesagt ist. Es wirkt weniger verstaubt als klassisches Gold. Roségold oder auch Rotgold genannt, ist zudem deutlich günstiger. Schmuck ist mittlerweile ohnehin nicht mehr nur dazu da, seinen „Tresor“ mit sich herumzuschleppen: Gerade bei jungen Leuten geht es mehr um angesagte Labels, um ausgefallene Ideen, um interessante Verarbeitungen. Man braucht ein geschultes Auge, um zu erkennen, was wertvoll ist. Modemacher wie Virgil Abloh, der die Herrenkollektion für Louis Vuitton verantwortet, hat Armbänder aus Silber und Gold entworfen, die aussehen, als hätte man Büroklammern aneinandergehängt. Natürlich sind diese Schmuckgegenstände, die bewusst mit dem Hässlichen und Banalen spielen, extrem teuer. Ein Klassiker diesbezüglich ist auch das sogenannte „Handcuff Bracelet“ von Fashion-Ikone Helmut Lang: Es sieht aus wie eine Handschelle.


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